Leonora Leitl - Mama & das schwarze Loch

 Leonora Leitl aus Gramastetten bei Linz  im Mühlviertel arbeitet freiberuflich als Grafikerin und Illustratorin. Seit kurzem ist sie auch Autorin.
Im Jänner 2015 erschien ihr erstes Bilderbuch: „Mama & das schwarze Loch“ im Tyrolia Verlag. Gleich zwei Preise wurden ihr dafür verliehen: Der Dixi-Kinderliteratur-Preis und der Romulus-Candea-Preis der Kinderjury.
Im Picus Verlag erschien das  Buch "Ich habe keinen Fogel!" von Christian Futscher, welches sie illustriert hat.
Im folgenden Interview für Lesen in Tirol verrät sie, um welches Loch es sich handelt, wie sie zum Kinderbuch gekommen ist und was sie sonst so malt und illustriert.

Lesen in Tirol:
Liebe Nora, in deinem ersten Buch geht es um „Lottis Mama Adele, die versucht Beruf, Familie und Haushalt unter einen Hut zu bringen“ so der Klappentext und „die übersieht, dass ihr dabei langsam die Kraft ausgeht.“ Wie bist du gerade zum Thema „Burnout“ für ein Bilderbuch gekommen?

Nora:
Ich wollte unbedingt den Dixi-Preis gewinnen und habe nach einem sehr anspruchsvollen Thema gesucht. (Mir war klar, dass ich diesen Preis nicht mit irgendwelchen Zwergerln oder süßen Mäuschen gewinnen würde!) Bei meiner Suche ist mir aufgefallen, dass es kaum Bilderbücher über Burnout und gestresste Mütter gibt. Obwohl ja in Wirklichkeit viele berufstätige Mütter sehr gestresst und oft nahe dem Burnout sind.

Lesen in Tirol:
Was sind deine Erfahrungen mit den jungen LeserInnen zu diesem Buch? Kommst du für Workshops oder Lesungen auch an Schulen? Was wird dort geboten?

Nora:
Ich beginne gerade mit dem Mama-Buch Lesungen zu machen. Meine erste Lesung wird am 19. März im Palais Auersberg sein. Danach gibt es auch Lesungen in Schulen. Es wird eine Mit-Mach-Lesung werden mit einem selbstgebastelten „Reise-Ofen“ und einem Haushalts-Papiertheater. Danach werden wir noch große Papierherzen für die Mamas der Kinder malen.

Lesen in Tirol:
Deine Energietankstellen sind wohl nicht nur Grammastettner Krapferl aus der Konditorei Hummel (= Butterteigspezialität aus Grammstetten). Was gibt dir persönlich Kraft in deinem Leben?

Nora:
Am meisten Kraft geben mir eigentlich meine  zwei wunderbar erfrischenden Kinder (wenn ich nicht gerade Hausübungen mit ihnen machen muss!) und mein Mann. Außerdem bin ich sehr gerne in der Natur unterwegs und spaziere oft entlang der großen Rodl in Gramastetten.

Lesen in Tirol:
Du hast 1994 die Meisterklasse für Grafik und Kommunikationsdesign in Linz absolviert.  Doch richtig losgegangen mit dem Zeichnen ist es erst danach.  Auf deiner Homepage liest man, dass du viele Jahre das Zeichnen geübt hast und auch Sommerschulen bei Renate Habinger besucht hast. Was ist so schwer am Illustrieren? Welche Techniken liebst du?

Nora:
Illustrieren ist ein Handwerk, dass man genauso lernen muss wie z.B. Geige spielen. Man braucht sehr lange, bis man richtig gut ist und vor allem, bis man einen eigenen persönlichen Stil entwickelt hat. Ich liebe vor allem sämtliche Drucktechniken und Collagen. Der Bleistift ist auch immer dabei.

Lesen in Tirol:
Welche AutorInnen und IllustratorInnen sind deine Vorbilder?

Nora:
Bei den AutorInnen bewundere ich Astrid Lindgren absolut. Ich lese auch sehr gerne Geschichten von Christine Nöstlinger, Janosch und Elisabeth Steinkellner. Bei den Illustratorinnen finde ich Beatice Alemagna und Anne Herbauts grandios.

Lesen in Tirol:
Verrate uns bitte etwas über dein aktuellstes Buchprojekt: „Willi Virus“. 

Nora:
Willi Virus ist ein Sachbilderbuch nach einem Text von Heidi Trpak. Willie erzählt so einiges aus seinem Leben. Zum Beispiel von seiner Viren-Verwandtschaft, wie er es anstellt, möglichst viele Leute mit Schnupfen anzustecken und von seinem Ende durch die Fresszelle. Nach dem Lesen von Willi-Virus weiß man sicher sehr gut Bescheid über Schnupfen. Willi wird im Herbst im Tyrolia Verlag erscheinen.

Lesen in Tirol:
Was gestaltest du außer Büchern? 

Nora:
Ich bin Grafikerin und mache Grafik-Design. Ich illustriere für Zeitschriften, Werbeagenturen, den Buchklub und natürlich für Dixi-Traubenzucker. Seit neuestem schreibe ich auch Texte für Bilderbücher.

Lesen in Tirol:
Was möchtest du den LeserInnen noch sagen?

Nora:
1. Ich war schon oft in Tirol, weil ich einige Freundinnen in Innsbruck habe. Ich habe es jedes Mal sehr genossen und ich finde „die Tiroler“ sehr nett. Vor allem gefällt mir, dass sie so beinhart an ihrer Mundart festhalten. Das mag ich sehr.
2. Ja und man verdient als Kinderbuchillustratorin sehr wenig. Darum freue ich mich immer wahnsinnig, wenn meine Bücher gekauft werden!   

            

Leitl, Leonora: Mama & das schwarze Loch     
ISBN 13-978-3702234362

Futscher, Christian: Ich habe keinen Fogel!
ISBN-13: 978-3854521792

Quelle Bilder: Leonora Leitl

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